Wenn Produkte nicht anhalten können

Material Handling on the Fly in hygienisch anspruchsvollen Umgebungen

  • Produktneuheiten

6. November 2026

Stainless Steel Pick and Place PP33 für dynamische Handlingaufgaben in hygienisch anspruchsvollen Anwendungen.

Mehr Output klingt einfach: Das Förderband läuft schneller, mehr Produkte verlassen die Maschine. Doch was passiert beim nächsten Prozessschritt? 

Das Produkt muss dosiert, geschnitten, neu positioniert oder gestapelt werden. Hält das Band dafür an, verliert die Maschine Zeit. Läuft es weiter, bewegt sich das Produkt genau in dem Moment, in dem das Werkzeug arbeiten soll. 

Damit wird aus einer Handlingbewegung eine Synchronisationsaufgabe. Präzision, kurze Zykluszeiten und tägliche Washdown Prozesse bleiben trotzdem Pflicht. 

Die entscheidende Frage ist nicht, wie schnell sich eine Achse bewegt, sondern wie präzise die Prozesse arbeiten, wenn das Produkt niemals stillsteht. 

Das Förderband als Teil des ganzen

Das Werkzeug synchronisiert seine Bewegung mit dem kontinuierlich laufenden Förderband.

Ein laufendes Förderband verändert die Aufgabe. Wiederholgenauigkeit heisst jetzt, ein bewegtes Produkt bei jedem Zyklus präzise zu treffen. Unterschiedliche Formate und Bandgeschwindigkeiten verlangen Flexibilität. Gleichzeitig muss die Mechanik regelmässige Reinigung verkraften und mit möglichst wenigen Unterbrechungen produzieren. 

Repeatability, Flexibility, Cleanability und High Availability treffen damit in derselben Bewegung aufeinander. Mehr Output verändert nicht nur die Geschwindigkeit. Er verändert den Prozess. 

Warum das Werkzeug dem Produkt folgen muss

Wasserstrahlschneidanlage aus Edelstahl, die Fleischstücke auf einem laufenden Metallförderband schneidet.

Wasserstrahlschneiden von Fleischprodukten auf dem laufenden Förderband.

Beim Schneiden sieht man den Unterschied sofort. Bewegt sich das Messer ohne Conveyor Tracking nach unten, während gleichzeitig das Förderband weiterfährt, kommt es vor dem Messer zu einer Art «Produktstau». Dies beeinflusst die Schnittqualität und das Produktgewicht.

Folgt das Messer zusätzlich der Förderrichtung, bewegen sich Werkzeug und Produkt für einen kurzen Moment gemeinsam. Conveyor Tracking macht die Förderbewegung damit zu einem Teil der Werkzeugbewegung. 

Das Prinzip gilt auch beim Dosieren, Greifen und Stapeln: Das Produkt wartet nicht auf den Prozess. Der Prozess bewegt sich mit dem Produkt. 

Ein Prinzip, verschiedene Anwendungen

Synchronisiertes Abfüllen und Verschliessen von Produkten auf dem laufenden Förderband.

Beim Abfüllen dauert die gemeinsame Bewegung deutlich länger als beim Schneiden. Das Dosierwerkzeug muss über dem Behälter bleiben, bis die Dosierung abgeschlossen ist. Je länger die Dosierung dauert und je schneller das Band läuft, desto länger wird der Weg, den das Werkzeug mitfahren muss. Danach fährt es entgegen der Förderrichtung zum nächsten Behälter zurück, während das Band weiterläuft. Dosierzeit, Begleitweg und Rückweg bestimmen gemeinsam, wie viele Behälter pro Minute möglich sind.

Wie LinMot die Bewegung synchronisiert

Konfigurieren Sie mit LinMot Pilot synchronisierte Bewegungen mit einem laufenden Förderband.

Eine schnelle Achse allein reicht nicht. LinMot Linearmotoren erzeugen die lineare Bewegung direkt und ohne mechanische Übertragungselemente. Edelstahl-Linearmodule, Edelstahl Transferportale und Edelstahl-Greifer bilden je nach Anwendung die Mechanik für hygienisch anspruchsvolle Prozesse. 

LinMot Pilot unterstützt Conveyor Tracking. Das Technologiemodul TM01 steuert bis zu acht Achsen gleichzeitig.  

So berücksichtigen Bewegung, Mechanik und Steuerung dieselbe Produktbewegung. 

Fünf Schnitte pro Sekunde bei laufendem Förderband

Bild 6:
LinMot Pilot Conveyor Tracking Video

Eine 2D-Cutting Anwendung zeigt, was das praktisch bedeutet: Das Produkt läuft weiter, während das Werkzeug fünf Schnitte pro Sekunde ausführt. Pro Schnitt bleiben 200 Millisekunden.

Zum Einsatz kommen das Stainless Steel Pick and Place PP33, LinMot Pilot und TM01. Werkzeug und Produkt werden so synchronisiert, dass die Schnittqualität konstant bleibt. Gleichzeitig ist die Mechanik für regelmässige Reinigung ausgelegt.

Der höhere Output entsteht nicht durch schnelleres Stoppen und Anfahren. Das Förderband muss für den Arbeitsschritt gar nicht erst anhalten.

Wenn der Produktfluss den Prozess bestimmt

Synchronisiertes Aufnehmen und Stapeln von befüllten Verpackungen auf dem laufenden Förderband.

Bei Material Handling on the Fly ist die Förderbewegung Teil des Prozesses. Maschinenbauer müssen deshalb nicht nur fragen, wie schnell sich das Werkzeug bewegt, sondern wie sich Produkt und Werkzeug relativ zueinander bewegen müssen.

Dafür verbinden LinMot Linearmotoren, Edelstahlkomponenten, LinMot Pilot und das Technologiemodul TM01 Bewegung, Mechanik und Steuerung entlang des kontinuierlichen Produktflusses.

Ihre Produkte bewegen sich weiter. Kann Ihr Prozess folgen?

Wenn Produkte bei laufendem Förderband dosiert, geschnitten, gegriffen oder gestapelt werden, betrachten unsere Spezialisten Produktbewegung, Prozess und Hygieneanforderungen gemeinsam mit Ihnen.

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