Warum gute Anlagen nicht im Produktkatalog beginnen

  • Produktneuheiten

19. Oktober 2026

Stapeln und Prüfen zeigen, warum die Anwendung vor dem Produkt kommt.

Die eigentliche Herausforderung bei der Entwicklung einer Maschine beginnt nicht beim Motor. Sie beginnt beim Prozess und bei der Frage: Welche Aufgabe muss die Anlage tatsächlich lösen?

Wer die Anwendung zuerst betrachtet, erkennt klarer, welche Funktionen benötigt werden, welche Lösungen bereits verfügbar sind und wo eigenes Engineering einen echten Unterschied macht.

Da jede Produktionsstation ihre eigenen Anforderungen hat, ist die Auswahl der richtigen Motoren und Antriebe für eine ganze Abfülllinie eine der anspruchsvollsten Aufgaben in der Automatisierung. Eine Herausforderung, die LinMot mit Bravour meistert. Sehen Sie wie!

Ein Produkt stapeln. Einen Prüfablauf an unterschiedliche Produkte anpassen. Beide Aufgaben stellen völlig unterschiedliche Anforderungen. Entscheidend ist jeweils das Zusammenspiel von Antrieb, Mechanik, Steuerung und Prozess.

Deshalb sollte zu Beginn eines Maschinenprojekts nicht nur die Auswahl einzelner Komponenten stehen. Zuerst lohnt sich eine andere Frage: Was muss die Anwendung wirklich leisten und welche Teile dieser Aufgabe sind bereits gelöst?

Genau hier setzen unsere LinMot Experten an. Gemeinsam mit Ihnen betrachten sie die Anwendung und deren Anforderungen, bevor der passende Lösungsansatz festgelegt wird.

Wie unterschiedlich dieser aussehen kann, zeigen zwei Anwendungen aus der Praxis.

Beim Stapeln zählt mehr als die Abwärtsbewegung

Zur Auslegung einer vertikalen Achse gehören neben Hub, Geschwindigkeit und Taktzeit auch die Phasen, in denen die Achse stillsteht.

Bei einer vertikalen Achse wirkt die Gewichtskraft von Werkzeug und Produkt dauerhaft, also auch in der Warteposition. Ohne Lastausgleich muss diese Kraft im Betrieb vom Antrieb aufgebracht werden.

Ein Beispiel aus der LinMot Anwendungspraxis zeigt einen vertikalen Stapler, dessen Achse einen der oberen Warteposition verbringt. Dort übernimmt MagSpring den Lastausgleich.

Für die Auslegung bedeutet das: Nicht nur die eigentliche Bewegung entscheidet über die passende Lösung. Auch Last, Hub, Einbaulage, Bewegungsfolge und die Dauer der Warteposition müssen berücksichtigt werden. 

Durch die Gewichtskompensation mit der MagSpring konnte ein kleinerer Motor gewählt und gleichzeitig eine höhere Dynamik der Bewegung erreicht werden.

Prüfen Sie deshalb früh im Projekt:

  • Wie schwer sind Werkzeug und Produkt zusammen?
  • Wie lange steht die Achse pro Zyklus still?
  • Wie ist die Achse eingebaut?
  • Was soll mit der Last bei einem Stromausfall geschehen?

Beim vertikalen Stapeln gehört auch die obere Warteposition zur Auslegung des Bewegungsablaufs

Beim DM03 ist die MagSpring bereits integriert. Das Modul eignet sich dadurch besonders für vertikale Anwendungen und den Einsatz als Z Achse. Das DM03 zeichnet sich durch eine geringe bewegte Masse sowie eine hohe Biege und Torsionssteifigkeit aus.

Wie sich Bewegungs- und Haltephasen in Ihrer Anwendung verteilen, analysieren unsere LinMot Experten gemeinsam mit Ihnen.

Beim Prüfen entscheidet Flexibilität über den Prüfablauf

Ein Prüfstand muss eine Bewegung nicht einfach nur wiederholen. Er muss sich auch an unterschiedliche Produkte, Prüfvorgaben und Bewegungsprofile anpassen lassen. Genau dort entsteht zusätzlicher Aufwand, wenn jede Änderung wieder klassische SPS Programmierung erfordert.

Ein Beispiel ist ein Dauerprüfstand für Schubladenführungen. Unterschiedliche Produkte und Prüfvorgaben benötigen unterschiedliche Geschwindigkeiten, Positionen und Bewegungsfolgen. Mit LinMot Pilot können die entsprechenden Abläufe ohne klassische SPS Programmierung erstellt und angepasst werden.

Das bedeutet konkret: Ändert sich das zu prüfende Produkt, können beispielsweise Geschwindigkeit, Position oder Bewegungsfolge an die neue Prüfaufgabe angepasst werden. Bediener können Parameter verändern und Programme für unterschiedliche Prüfprodukte anpassen oder einfach neu erstellen, ohne dafür selbst SPS Spezialisten sein zu müssen.

Prüfabläufe konfigurieren und Messwerte auswerten: LinMot Pilot verbindet die Steuerung der Anwendung mit der Analyse aufgezeichneter Prozessdaten.

Ein zweites Praxisbeispiel zeigt den Unterschied besonders deutlich. Bei einem Abnahmeprüfsystem für Vibrationswendelförderer wurden die Prüfabläufe zuvor mit einer klassischen SPS programmiert. Neue Sequenzen oder Varianten verursachten dadurch zusätzlichen Engineering Aufwand. Mit LinMot Pilot lassen sich neue Prüfsequenzen ohne klassische SPS Programmierung erstellen – innerhalb ein paar Minuten und ohne Programmierkenntnisse.

Das Potenzial liegt damit nicht einfach darin, Programmierung zu ersetzen. Es liegt darin, die Anpassung des Prüfablaufs näher zu den Menschen zu bringen, die das Produkt und die eigentliche Prüfaufgabe kennen.

Für den Anwender rücken dadurch die entscheidenden Fragen in den Mittelpunkt:

  • Welche Bewegung muss ausgeführt werden?
  • Welche Positionen und Geschwindigkeiten werden benötigt?
  • Welche Bewegungsfolgen unterscheiden sich zwischen den Produkten?
  • Welche Parameter müssen im Prüfablauf anpassbar sein?

Die Bewegung bleibt technisch anspruchsvoll. Ihre Anpassung muss deshalb aber nicht zwangsläufig kompliziert sein.

Unsere LinMot Experten betrachten gemeinsam mit Ihnen die gesamte Anwendung und unterstützen Sie dabei, daraus den passenden Lösungsansatz abzuleiten.

Zwei Anwendungen, ein gemeinsames Prinzip

Beim Stapeln entscheidet nicht allein die Bewegung nach unten. Last, Warteposition und der gesamte Bewegungsablauf gehören zur Auslegung.

Beim Prüfen reicht es nicht, eine Bewegung lediglich zu wiederholen. Unterschiedliche Produkte und Prüfvorgaben können unterschiedliche Positionen, Geschwindigkeiten und Bewegungsfolgen verlangen.

Die technischen Lösungen unterscheiden sich deutlich. Das Prinzip dahinter bleibt gleich:

Zuerst die Aufgabe verstehen. Dann die passende technische Lösung auswählen.

Vor der Auswahl von Motoren und Modulen sollten deshalb andere Fragen stehen:

  • Was soll mit dem Produkt geschehen?
  • Welche Bewegungen gehören zur Anwendung?
  • Was verändert sich zwischen unterschiedlichen Produkten oder Prozessen?
  • Welche Funktionen werden wirklich benötigt?
  • Welche Teile der Aufgabe sind bereits technisch gelöst?
  • Wo ist Ihr spezifisches Engineering entscheidend?

Denn Ihr Kunde braucht am Ende nicht einfach einen Motor, ein Modul oder eine Software. Er braucht eine Anlage, die seine konkrete Aufgabe zuverlässig löst.

Sie haben eine konkrete Bewegungsaufgabe?

Beschreiben Sie uns Ihre Anwendung. Gemeinsam prüfen wir, welche Bewegungen und Funktionen benötigt werden und welcher Lösungsansatz zu Ihrer Aufgabe passt.

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